Folge 12: Im reißenden Fluss

„Achtung! Festhalten!“

Der Fluss riss die Seerose voran. Kapitän Seebär hielt das Steuer mit aller Kraft und lenkte sie in die Mitte der Strömung.

Plötzlich sah Flori etwas großes Dunkles von rechts kommen. Es schoss auf die Seerose zu.

„Weg da!“, brüllte eine Stimme. „Bahn frei – aus dem Weg!“ Flori erschrak. Ein zweites Schiff! Es kam in sausender Fahrt aus dem Fluss von rechts, schnitt der Seerose den Wind ab, überholte und verschwand als erster in der Felsenenge.

„He, zum Donnerwetter! Was soll das?“ Kapitän Seebär konnte die Mitte der Strömung nicht halten und die Seerose stieß gegen einen Felsen. Flori wurde kräftig durchgeschüttelt, Professor Klecks fiel um und Jacko drehte sich im Kreis. Tante Klara flog vor Schreck eine Runde um den Mast.

Die Seerose schlingerte und Kapitän Seebär steuerte mit aller Kraft gegen. Schließlich gelang es ihm, die Spitze wieder in die Strömung zu lenken. Die Fahrt wurde noch schneller, mal kam die rechte, mal die linke Seite der Felswände gefährlich nahe. Flori hielt die Luft an. Professor Klecks stemmte sich hoch und beide umklammerten den Mast.

Das Wasser spritzte an Bord und alles wurde nass. Doch niemand achtete darauf. Alle sahen nur auf die schmale Durchfahrt, die noch vor ihnen lag.

Jetzt waren sie da. Flori erschien der Fels zum Greifen nah. Die Seerose stieß an und wurde durch das Wasser auf die gegenüberliegende Seite gedrängt. „Aaaachtung!“, schrie Kapitän Seebär. Die Seerose traf auf Steine im Flussbett, rutschte über sie hinweg, legte sich auf die Seite – Flori schrie auf – und richtete sich wieder auf.

Plötzlich lag die Seerose still. Flori sah Professor Klecks an. Der schaute umher, ließ dann den Mast los und ging vorsichtig zur Reling. Flori folgte ihm. Kapitän Seebär stand noch immer am Steuer, aber er hielt es nicht mehr fest.

„Was ist passiert, Bruno?“, fragte Professor Klecks.

„Dieser verrückte Schiffer hat uns abgedrängt!“, schimpfte Kapitän Seebär.

„Ist das Schiff noch ganz?“, wollte Flori wissen.

„Wir werden nachsehen“, brummte Kapitän Seebär düster. „Aber ich glaube, es ist nichts kaputt.“

„Warum liegt es so still im Wasser?“, fragte Flori. „Wollten wir nicht weiter den Fluss entlang fahren?“

„Tja, das wollten wir. Aber das geht jetzt nicht.“

„Was?“, rief Professor Klecks. „Warum denn nicht?“

„Na, schaut euch doch mal um. Die Strömung ist da drüben. Um uns herum sind viele Felsen. Das Flussbett ist an vielen Stellen voller Steine. Und das Wasser steht hier wie in einem Teich.“

Flori und sah am Mast hinauf und entdeckte oben auf der Spitze Tante Klara. „Können wir nicht einfach das große Segel setzen?“, fragte er.

Doch Kapitän Seebär schüttelte den Kopf. „Leider nicht, Flori. Fühlst du Wind?“

Flori sah sich um und konzentrierte sich auf einen Luftzug. „Nein, ich spüre nichts“, antwortete er dann. „Wo ist er denn?“

„Hier? Nirgendwo! Wir sind genau da, wo wir nicht hinwollten. Weil der verrückte Kerl uns abgedrängt hat, sind wir ins Windloch gefahren.“

„Heißt das, wir liegen hier fest?“, fragte Professor Klecks.

Kapitän Seebär nickte. „Hier ist jedes Segel unnütz.“

Flori war entsetzt. „Aber was machen wir den jetzt?“

… Fortsetzung folgt …

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