Folge 13: Im Windloch

Kapitän Seebär kratzte sich am Kopf. „Das wird schwierig. Wir brauchen eine Idee.“

„Gut, dann überlegen wir mal.“ Professor Klecks nahm sein Notizbuch zur Hand. „Was haben wir für Möglichkeiten?“

„Hat die Seerose einen Motor?“, fragte Flori.

„Leider nicht. Sie ist ein Segelschiff. Wenn ich das geahnt hätte, hätte ich einen eingebaut.“

„Schade“, murmelte Professor Klecks und schrieb: ‚kein Wind, keine Strömung, kein Motor.‘

„Können wir es schieben?“, überlegte Flori.

„Du meinst, mit einer langen Stange, nicht wahr?“ Professor Klecks war begeistert. „Wir könnten damit das Schiff bewegen, wenn wir mit der Stange bis zum Grund dieses Sees reichen.“

Doch Kapitän Seebär schüttelte den Kopf. „Leider, Josef. So eine lange Stange habe ich nicht an Bord.“

„Nein, nein,“ rief Flori. „Ich meine, vom Wasser aus, wenn man drin steht.“

Kapitän Seebär überlegte einen Moment. Dann schaute er über die Reling. „Hm, gute Idee. Das könnten wir versuchen.“

Auch Professor Klecks schaute über Bord. „Ich kann aber den Grund nicht sehen, Bruno. Wie tief ist das denn hier?“

„Das wissen wir gleich“, erklärte Kapitän Seebär. „Wir bauen ein Lot.“

„Ein was?“, fragte Flori.

„Ein Lot. Damit messen wir die Tiefe. Wir brauchen etwas Schweres und eine Schnur. Gib mir doch mal den Eisenring von dem Tau da drüben.“

Flori knotete den Ring los und kam zurück. „Schnur habe ich hier“, rief er und zog das Knäuel aus der Tasche, dass er zu Hause auf dem Dachboden eingesteckt hatte. „Geht die?“

„Ja, perfekt. Jetzt befestigen wir unten den Ring und machen drüber ein paar Knoten in das Band.“

„Warum?“, fragte Flori und schaute gespannt zu.

„Zum Messen. Wir zählen, wie viele Knoten im Wasser verschwinden und wissen dann, wie tief es dort ist.“ Er wickelte die Schnur langsam ab. „Also, jetzt langsam runterlassen. Halt mal mit fest. So. Ja, schau genau hin.“

„Kuckuck! Kuckuck!“, rief Tante Klara, landete auf der Reling und äugte eifrig ins Wasser.

Flori zählte die Knoten. „Eins – zwei – drei – vier.“

„Ping!“

„Zu tief“, brummte Kapitän Seebär enttäuscht und zog die Schnur zurück. „Wir können nicht drin stehen. Also geht schieben auch nicht.“

Professor Klecks schrieb auf: ‚zu tief zum Stehen‘. Dann fragte er: „Kann Jacko vielleicht helfen?“

„Ough! Ough!“ Jacko richtete sich zu seiner ganzen Größe auf und nickte heftig.

„Du bist ein toller Seehund“, sagte Kapitän Seebär. „Aber die Seerose ist zu schwer für dich. Das schaffst du nicht.“

„Und wenn wir ihm helfen? Flori kann nicht schwimmen, aber er kann steuern. Wir beide steigen in den See und helfen schieben.“

Kapitän Seebär senkte verlegen den Kopf und wurde sogar etwas rot.. „Leider unmöglich, Josef. Ich kann auch nicht schwimmen.“

„Was“, rief Professor Klecks erstaunt. „Du kannst nicht…? Aber was tun wir dann?“

Flori war inzwischen bis zur Spitze der Seerose gegangen und schaute sich von dort aus um.

„Ich hab’s!“, rief er plötzlich. „Wir ziehen das Schiff!“

„Was? Wie soll das denn gehen?“, fragten Professor Klecks und Kapitän Seebär gleichzeitig.

… Fortsetzung folgt …

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