Folge 15: Und es bewegt sich doch …

„Wir nehmen eine zweite Idee und hängen sie an die erste“, sagte Professor Klecks.

„Was?“, fragte Kapitän Seebär erstaunt.

„Ich meine, ich habe auch eine Idee.“

„Und die wäre?“, fragte Kapitän Seebär gespannt.

„Jacko kann keinen Knoten machen“, erklärte der Professor. Flori nickte und Kapitän Seebär brummte: „Wissen wir.“

„Aber Flori kann! Er macht den Knoten.“

„Aber Flori ist hier. Und rüber schwimmen kann er nicht.“

„Das ist auch gar nicht nötig, Bruno.“ Professor Klecks zeigte auf das Seil. „Guck mal, Flori. Was meinst du? Traust du dich, ins Wasser zu steigen und dich am Seil hinüber zum Baum zu ziehen. Du bist als Einziger leicht genug dazu und wir beide müssen hier bleiben, um ziehen zu können.

Flori sah zweifelnd ins Wasser, zum Baum, zum Professor und zum Seil. Dann nickte er langsam. „Ich glaube, das schaffe ich, Professor.“

Professor Klecks nickte. „Das glaube ich auch.“

„Und wenn ich drüben bin, knote ich das Seil fest an den Baum.“

„Bravo, so einen Matrosen lob ich mir!“, rief Kapitän Seebär und klopfte ihm auf die Schulter.

Flori zog schnell Jacke und Pullover aus, während Kapitän Seebär Jackos Aufzug vorbereitete. Im Wasser angekommen, klammerte er sich am Seil fest. Ihm war etwas unheimlich zumute. Von hier unten sah der Weg viel weiter aus als von oben.

„Ough! Ough! Ough!“, hörte er Jacko rufen. Also dann los. Tapfer griff Flori sich am Seil voran, das Schiff blieb zurück und der Baum kam langsam näher.

„Prima, du schaffst das“, rief Professor Klecks. Doch Flori war sich gar nicht mehr so sicher. Je weiter er kam, desto mehr hing das Seil durch. Es war schon recht weit unter Wasser und er kam kaum noch dran, ohne zu tauchen. Doch getaucht war er noch nie. Er sah sich um. Das Schiff war genauso weit weg wie der Baum. Flori bekam Angst. In so viel Wasser fühlte er sich auf einmal ganz klein.

Plötzlich sah Flori neben sich eine Bewegung.

„Ough! Ough!“ Jacko stupste ihn an und schwamm ganz dicht neben ihm. Wollte er helfen? Tatsächlich! Jacko tauchte unter das Seil und hob es an. Jetzt hatte Flori keine Angst mehr. Er griff sich entschlossen weiter vorwärts und erreichte kurz darauf wohlbehalten das Ufer beim Baum.

„Ough! Ough! Ough!“

„Ja, du bist toll, Jacko!“, rief Flori und knuddelte ihn heftig. „Wir sind ein gutes Team.“

Schnell griff er nach dem Seilende und machte einen kräftigen Knoten. Dann winkte er zum Schiff hinüber.

Kapitän Seebär und Professor Klecks winkten zurück und riefen „Hurra!“ Dann begannen sie zu ziehen. Zuerst kam nur das Seil aus dem Wasser. Aber dann – gaaaaanz langsaaaam – bewegte sich die Seerose in Richtung Baum.

Flori passte genau auf, dass sich der Knoten nicht löste. Jacko saß neben ihm und nickte eifrig. Tante Klara kam herübergeflogen, setzte sich in den Baum und besah sich alles genau. Schließlich erreichte die Seerose das Ufer beim Baum. Die Strömung war nah und die Seerose bewegte sich ganz langsam von allein.

„Mach den Knoten los!“, rief Kapitän Seebär. Flori tat es. Dann wurden er und Jacko an Bord gezogen.

„Kuckuck! Kuckuck!“, rief Tante Klara. Sie saß wieder auf dem Kartentisch und breitete die Flügel aus. „Ping!“

Ganz allmählich trieb die Seerose zurück in die Strömung, Kapitän Seebär hielt das Steuer fest und lenkte in die Mitte des Flusses. Flori stand neben ihm. Während die Fahrt immer schneller wurde, fragte er besorgt: „Ist die Gefahr nun vorüber, Kapitän?“

… Fortsetzung folgt …

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