Folge 16: Überall Wasser

Flori fragte: „Ist die Gefahr jetzt vorüber, Kapitän?“

„Ja, erst einmal ist alles in Ordnung. Wir sind wieder unterwegs – obwohl…“

Professor Klecks sah erstaunt zu ihnen herüber. „Obwohl? Was heißt das, Bruno?“

Kapitän Seebär kratzte sich am Kinn. „Seht ihr die dunklen Wolken da hinten? Es wird bald regnen.“

„Ich bin schon nass!“, rief Flori und lachte.

„Richtig, und deshalb gehst du jetzt schnell nach unten und ziehst dich um. Sonst wirst du noch krank.“ Professor Klecks drückte Flori Jacke und Pullover in die Hand.“

„Die nassen Sachen kannst du dann an Deck aufhängen!“, rief Kapitän Seebär ihm nach.

„Aber erst nach dem Regen“, grinste Flori und stieg die Treppe zur Kajüte hinunter.

„Ist es noch weit bis zum Gelben Meer?“, fragte Professor Klecks. Kapitän Seebär schüttelte den Kopf. „Morgen erreichen wir die Nebelspitze, da teilt sich der Fluss. Wir fahren nach links, also nach Westen und kommen übermorgen…“

„Zeigt dein Kompass deswegen nach Westen?“

„Wieso nach Westen. Ein Kompass zeigt immer nach …“

„Kapitän! Professor! Unten ist Wasser!“ Flori kam die Treppe heraufgestürmt, gefolgt von Jacko und Tante Klara.

„Ough! Ough!“ „Ping! Wasser! Ping! Kuckuck!”

„Unter dem Schiff? Da ist der Schlangenfluss.“

„Nein, drin. In der Küche schwimmt ein Kochtopf.“

„Kochtopf! Donnerwetter! Ping!“ Tante Klara flatterte zum Kartentisch. „Kuckuck! Kuckuck!“

„Ein Leck?!“, rief Kapitän Seebär und sauste nach unten.

„Ein Loch im Schiff?“ Professor Klecks folgte ihm hastig.

Flori blieb allein an Deck. Etwas ratlos murmelte er: „Hallo? Wer steuert jetzt?“ Er sah sich kurz um, Jacko und Tante Klara nickten. Entschlossen griff er nach dem Steuerrad und sagte: „Ich!“

Kapitän Seebär watete durch die Kombüse und fing den Kochtopf ein. Professor Klecks umrundete den Tisch. „Schau, Bruno. Das Wasserfass ist umgefallen.“

„Ja, aber ich glaube nicht, dass so viel Wasser drin war. Wir müssen genauer nachschauen, auch von außen. Doch es ist nicht so schlimm, wie ich dachte.“

Kurz darauf kam Kapitän Seebär zurück. „Sehr gut, Flori!“, lobte er. „Und jetzt bring uns zum Ufer. Dreh nach Steuerbord.“

„Ich weiß schon: Das heißt ‚rechts‘!“, rief Flori und strahlte über das ganze Gesicht.

„Stimmt! Bravo!“ Kapitän Seebär zog an einem Seil und das Segel drehte sich. Auch Professor Klecks stand wieder an Deck. Jetzt zeigte er auf einen flachen Strand. „Ich glaube, da hinten können wir ankern.“

Kapitän Seebär nickte. „Wir können sogar noch mehr tun. Lass mich mal ans Steuer, Flori. Du passt vorne auf, dass die Richtung stimmt.“

Schnell befestigte er das Seil neben sich an einem Haken. Dann steuerte er auf das Ufer zu. Die Seerose zog einen eleganten halben Kreis, Flori rief „Achtung, Ufer!“, und fuhr die flache Böschung hinauf.

Mit einem schnellen Griff löste, Kapitän Seebär das Seil und zog. Das Segel rollte ein, die Seerose stand still.

„Ough! Ough!“ „Ping!“

„Alles in Ordnung“, erklärte Kapitän Seebär. „Jetzt können wir das Schiff in Ruhe untersuchen.“

„Meinen Sie, es ist stark beschädigt?“, fragte Flori besorgt.

… Fortsetzung folgt …

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