Folge 17: Seltsame Geräusche

„Wie groß der Schaden ist, weiß ich erst, wenn ich nachgesehen habe. Willst du mitkommen?“

Flori sah hinüber zu Professor Klecks. Der nickte ihm zu. „Geh nur, ich fange schon mal an, das Wasser auszuschöpfen. Da kannst du mir nachher helfen.“

Kapitän Seebär und Flori stiegen also an Land. Tante Klara saß dabei auf Floris Schulter und zusammen gingen sie ganz langsam um die Seerose herum. Jedes Brett, jeden Nagel, jeden Balken betrachtete Kapitän Seebär und Flori schaute genau zu.

„Hier hinten, am Heck, ist alles in Ordnung“, brummte Kapitän Seebär und ging weiter. „Hier auf der Steuerbordseite auch.“

„Also rechte Seite gut“, überlegte Flori.

„Oh, aber hier vorne…“ Kapitän Seebär kratzte sich am Kinn. „Unter dem Bug ist eine Planke eingedrückt. Das muss ich reparieren.“

Flori beugte sich vor und betrachtete den feinen Riss im Holz. Plötzlich hörte er „Ough, ough, ough!“, aber ganz leise und dumpf. Dann: „Fchchch, fchchch“ und wieder „Ough, ough!“ Etwas polterte.

„Jacko! Ping!“, rief Tante Klara und stellte die Federn auf.

„Das ist innen, Kapitän.“

„Ja, Jacko ist wohl ärgerlich“, überlegte Kapitän Seebär. „Ich repariere jetzt das Schiff. Du kannst dem Professor mit dem Wasser helfen.

Flori nickte. Doch zuerst legte er sein Ohr an das Holz der Seerose und lauschte. „Kann ein Seehund fauchen?“, überlegte er leise. Er spürte ein leichtes Zwicken an seinem Ohr. „Kuckuck, kuckuck! Ping!“

„Ja, du hast Recht. Wir sehen mal nach. Sei ganz leise jetzt.“ Tante Klara nickte mehrmals, schrie: „Jacko! Donnerwetter! Ping!“ und flog an Bord.

„Das hast du falsch verstanden“, rief Flori erschrocken. Doch dann musste er lachen und kletterte ihr nach. An Professor Klecks vorbei schlüpfte er die Treppe hinunter. Das Wasser war schon fast weg. Flori horchte. Er hörte Jacko patschen und ging dem Geräusch nach. Im Halbdunkel fand er den Seehund vor einem kleinen Schrank.

„Ough!“ Ough!“

„Was ist denn?“, fragte Flori leise.

„Fchchch!“ Etwas kratzte am Holz. Ein Flattern, und Tante Klara landete hinter Flori auf einem Regal. Jacko stupste ihn an und schaute unter den Schrank.

„Du meinst, da ist was drunter?“ Flori ging einen Schritt rückwärts und bückte sich. „Nichts zu sehen.“

„Ough! Ough!“ Jacko legte den Kopf auf den Boden und schnaufte leise.

„Wartet hier, ich brauche Licht“, erklärte Flori. Aus seinem Rucksack holte er eine kleine Taschenlampe. Dann kniete er vor dem Schrank, beugte sich tief hinunter und schaltete die Lampe ein.

„Oh!“ Zwei glühende Punkte starrten ihn aus der rechten Ecke an. Flori zuckte zurück, doch dann leuchtete er entschlossen ins Dunkel. „Eine … Katze?“

„Fchchch!“ „Ough!“ „Ping!“ „Ough!“ „Fchchch!” Jacko drängte vorwärts, doch Flori hielt ihn auf. „Halt, Jacko. Sie hat Angst vor dir. Geh zurück, am besten nach oben.“ Er schob Jacko zur Treppe und der Seehund stieg hinauf. Flori holte ein Stückchen Wurst und ging zurück zum Schrank.

„Schau, was ich für dich habe. Komm, komm raus. Ich tue dir nichts.“

„Mit wem redest du da?“ Professor Klecks stand hinter ihm und schaute unter den Schrank.

… Fortsetzung folgt …

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