Folge 18: Ein blinder Passagier

„Da ist eine… oh, da kommt sie!“

Sie sahen eine Pfote, eine Nase mit Schnurrhaaren, dann Augen und schließlich kroch eine grau-braune Katze unter dem Schrank hervor. Sie streckte eine Pfote nach dem Wurststückchen aus.

„So ist es gut, ja, das ist für dich“, sagte Flori leise. Doch dann riss er erstaunt die Augen auf. Die Katze sah erst ihn an, dann Professor Klecks, dann wieder ihn – und schnurrte.

„Flori, das ist ja …“ Professor Klecks schwieg erschrocken.

„Ja, Professor. Das ist Missy. Aber wie kommt die Katze von Frau Hasemantel hier an Bord?“

„Was ist denn los?“, rief Kapitän Seebär von oben.

Professor Klecks ging zur Treppe. „Du wirst staunen, Bruno. Wir haben einen blinden Passagier an Bord.“

„Wieso blind?“, fragte Flori verwundert. „Missy sieht doch sehr gut, sogar im Dunkeln.“ Er streichelte ihren Kopf und Missy schnurrte erfreut.

„Blinder Passagier sagt man, wenn jemand mitfährt, ohne dass es einer weiß“, erklärte Professor Klecks. „Oder wusstest du von Missy?“, rief er die Stufen hinauf.

„Wer ist Missy? Kommt doch mal rauf.“

„Sofort!“ Alle zusammen stiegen die Treppe nach oben. Tante Klara flog voraus und landete auf einem über dem Kartentisch gespannten Seil.

„Kuckuck! Missy! Ping!“

„Ough! Ough!“ Jacko kam näher und wollte Missy begrüßen, doch Flori hielt ihn auf.

„Warte, Jacko. Sie hat Angst vor dir.“ Doch da irrte Flori sich. Jetzt, da Jacko still saß, schnupperte Missy, sah sich um und ging dann auf den Seehund zu, ganz nah ran, stupste ihn an und rieb ihren Kopf an seinem. „Rrrrrrrrrr, maaauuu!“, schnurrte sie und streifte an ihm entlang.

„Sie mögen sich !“, stelle Kapitän Seebär erstaunt fest. „Wie kommt das denn?“

„Er riecht nach Fisch“, überlegte Professor Klecks. „Und Missy liebt Fisch.“

„Deshalb ist sie zu Hause an Bord geschlichen?“, fragte Flori. „Und dann hat sie Angst gekriegt und sich versteckt?“

„Darum war auch das Futter von Jacko weg, obwohl er noch gar nicht gefressen hatte“, brummte Kapitän Seebär.

„Fchchch!“, hörten sie, aber dieses Mal war es Tante Klara. „Donnerwetter! Ping!“

„Wir müssen Frau Hasemantel Bescheid sagen, Bruno. Sie macht sich bestimmt Sorgen.“

„Ja, aber von hier kann ich nicht telefonieren. Doch ich habe die Seerose repariert, wir können also weiterfahren. Und sobald es geht, rufen wir bei Frau Hasemantel an.“

Es war in der Zwischenzeit immer dunkler geworden und nun fielen schwere Regentropfen. Kapitän Seebär überlegte gerade, ob er das Gewitter abwarten sollte, als eine laute Stimme ertönte: „Ahoi! Alles in Ordnung?“

Alle sahen sich um. Auf dem Fluss kam ein wunderschönes Schiff gesegelt. An Deck stand ein bärtiger Mann, winkte und rief: „Braucht ihr Hilfe?“

„Nein, danke“, rief Kapitän Seebär zurück. „Alles in Ordnung. Wohin geht die Reise?“

„Zum Leuchtturm! Gute Fahrt!“, rief der andere und schon war er vorbei und verschwand um die nächste Biegung des Flusses.

„Alle fahren zum Leuchtturm!“, rief Kapitän Seebär aufgeregt. Wir können nicht warten! Alle kommen vor uns an! Los, schiebt! Zieht! Wir müssen sofort abfahren! Schnell!“

… Fortsetzung folgt …

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