Folge 20: Ist es zu spät?

„Wir haben uns nicht verirrt. Aber wir machen gerade einen großen Umweg. Da soll doch einer … ! Zum Donnerwetter nochmal!“ Kapitän Seebär schimpfte vor sich hin, eilte vom Steuer zum Segel und zurück und schaute immer wieder auf Kompass und Seekarte.

Flori betrachtete den Magneten in seiner Hand. „Professor, warum macht so ein kleiner Magnet so großes Durcheinander?“

„Er ist wirklich recht klein“, stellte Professor Klecks fest. „Das sollten wir zu Hause mal genauer untersuchen“, und schrieb in sein Notizbuch: „Magnet erforschen!“

Flori zog die Schrauben vom Magneten, legte sie wieder in die Schublade und steckte den Magneten erst einmal in seine Hosentasche.

„Ough! Ough!“ „Chrrrrrrrr.“ Missy und Jacko saßen zusammen bei der Seilhaufen und fühlten sich wohl. Tante Klara betrachtete von ihrem Ausguck auf dem Seil über dem Kartentisch das Meer.

„Ist es noch weit, Kapitän?“, fragte Flori und gähnte. Der Kapitän nickte. „Ja, leider, Flori. Und wir haben viel Zeit verloren. Leg dich ein bisschen schlafen. Professor Klecks und ich steuern abwechselnd.“

„Aber ich will lieber wach sein“, erklärte Flori.

„Dann setz dich zu Jacko und Missy zwischen die Seile“, schlug Professor Klecks vor. Das tat Flori. Und war kurz darauf eingeschlafen.

Flori erwachte, weil etwas ihn an der Schulter rüttelte. Er öffnete ein Auge und sah, dass er in seiner Koje lag. Davor stand Professor Klecks. „Wach auf, Flori.“

„Was ist?“, fragte Flori verschlafen.

„Wir sind gleich da. Du willst doch bestimmt dabei sein, wenn wir ankommen.“

‚Ankommen? Wo? Dabei sein? Bei was?‘ Er richtete sich halb auf und sah sich um. ‚Ein Bullauge… in einer Kajüte…‘ Plötzlich fiel ihm alles wieder ein. „Ja, sicher will ich dabei sein!“, rief er und sprang aus der Koje. „Sind wir schon am Leuchtturm?“

„Fast!“, rief Professor Klecks ihm nach, denn Flori war schon die Stufen hinaufgesaust. Oben angekommen schaute er sich um, sah aber überall nur Wasser.

„Kein Leuchtturm?“, fragte Flori enttäuscht.

„Doch“, erwiderte Kapitän Seebär. Er reichte ihm sein Fernrohr und zeigte über die Spitze der Seerose aufs Meer. „Da hinten, am Horizont. Das ist da, wo Wasser und Himmel zusammentreffen.“

Flori musste ein bisschen suchen, aber dann sah er den Leuchtturm durch das Fernrohr. „Ich sehe auch Schiffe!“, rief er. „Zwei liegen gleich daneben im Wasser.“

„Sie ankern da. Das sind sicher die beiden, die ans uns vorbei kamen“, überlegte Professor Klecks.

Kapitän Seebär nickte. „Und da drüben“, erzeigte nach rechts, „kommt noch eins.“

„Wollen die alle Ihren Turm haben?“, fragte Flori.

„Leider ist es noch nicht mein Turm“, brummte Kapitän Seebär. Wir sollten uns wohl besser beeilen.“

Flori ging zur Spitze der Seerose und Tante Klara landete auf seiner Schulter. Missy folgte ihm und strich nun um seine Beine. „Chrrrrr, chrrrrrr.“

„Fchchchchcch, fchchchchch“, machte Tante Klara und schüttelte sich.

Missy sah verwundert hoch. „Donnerwetter! Ping!“, rief Tante Klara und stellte die Federn auf. Missy stand einen Moment still. Dann drehte sie sich um und legte sich wieder neben Jacko auf den Seihaufen. „Chrrrrr!“

„Lass sie in Ruhe“, sagte Flori. „Sie tut dir doch nichts.“

Tante Klara rieb ihren Kopf an Floris Wange. „Chrrrrr“, machte sie dabei und dann ganz leise: „Ping!“, als Flori ihren Kopf kraulte.

Professor Klecks war hinter Flori an die Reling getreten. „Schau dir da drüben das Schiff an!“

„Es fährt schnell“, rief Flori. „Schneller als wir?“

„Es sieht fast so aus.“

„Aber Professor, wir werden zu spät kommen! Können wir denn nichts tun?“

… Fortsetzung folgt …

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