Folge 1: Ein seltsamer Bote

Professor Klecks beugte sich über seinen Schreibtisch im Arbeitszimmer. „Ich hatte sie doch hier“, murmelte er und schob die Sachen auf dem Tisch hin und her. „Wo kann sie nur sein?“

Flori, sein kleiner Helfer, stand neben dem Tisch und beobachtete ihn. Tante Klara, der kleine grüne Papagei, saß auf der Gardinenstange und beäugte das Ganze interessiert.

„Was suchen Sie denn, Professor?“, fragte Flori.

„Meine Lupe. Hast du sie gesehen?“

„Ja, ich hole sie.“ Er sauste in die Küche und kam kurz darauf mit der Lupe zurück.

„Danke“, sagte Professor Klecks. „Was hast du denn damit gemacht?“

„Ich habe einen Brotkrümel erforscht. Er lag auf dem Fußboden.“

„Und was hast du herausgefunden?“

„Noch nichts. Als ich durch die Lupe sah, kam eine Ameise und trug den Krümel weg.“

„Eine Ameise in unserer Küche? Das geht aber nicht.“ Professor Klecks richtete sich auf und wollte in die Küche gehen.

„Sie ist nicht mehr dort, Professor. Ich habe sie höflich hinausbegleitet.“ Flori hatte das Kehrblech und den kleinen Besen genommen, die Ameise mit dem Krümel aufgefegt und aus der Tür geschüttelt. „Ich glaube nicht, dass sie wiederkommt.“

„Dann ist es gut. Aber die Krümel sollten wir trotzdem erforschen. Ich schreibe es auf. Gib mir mal mein Notizbuch.“

Während der Professor schrieb, lauschte Flori. „Haben Sie das gehört, Professor? Es klopft!“

Professor Klecks hob den Kopf. „Was? Wo?“ Er horchte.

Tante Klara flog von der Gardinenstange und landete vor ihm auf dem Tisch. „Tock! Tock! Ping!“, machte sie und streckte die Flügel.

„Hast du geklopft?“, fragte Professor Klecks. Doch dann hörten sie das Geräusch wieder. Es kam aus der Küche.

„Hat die Ameise einen großen Bruder?“, fragte Flori.

Professor Klecks lachte und stand auf. „Gehen wir doch nachsehen.“

Das ‚Tock! Tock! Tock!‘ wiederholte sich. Es kam eindeutig vom Küchenfenster. Etwas saß auf dem Fensterbrett und klopfte an die Scheibe. Etwas Graues. Mit einem Schnabel. Tock! Tock! Tock!

„Ein Vogel!“, rief Flori. „Will er herein zu uns?“

„Es sieht so aus.“ Professor Klecks nickte. „Warte, ich mache das Fenster auf.“

„Gurruhuu“, machte die Taube und hüpfte herein. „Gurruhuu!“ Sie streckte ein Beinchen aus und sah Professor Klecks auffordernd an.

„Hallo, Taube!“, sagte Professor Klecks freundlich.

„Gurruhuu.“ Wieder streckte sie das Beinchen aus.

„Was hat sie denn?“, fragte Flori erstaunt. „Will sie uns etwas vortanzen?“

Professor Klecks beugte sich vor und sah genauer hin. „Nein, Flori, sie hat etwas an ihrem Fuß. Sieht aus wie ein Röhrchen.“

„Ist sie ein Postbote? Äh – ich meine – ist sie eine Brieftaube? Hat sie was dabei?“

„Mal nachsehen.“ Professor Klecks griff vorsichtig zu und löste das Band am Bein der Taube. „Es sieht aus wie eine Nachricht.“

„Ob die für uns ist?“, fragte Flori aufgeregt. „Wer schickt uns denn sowas?“

… Fortsetzung folgt …

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