Folge 3: Ein geheimnisvoller Gast

Sie kamen gut voran.

„Ist es weit bis zu… wo wir hinwollen?“, fragte Flori.

„Zu Julia, also zu Frau Dr. Prantz? Ja, schon ein ganzes Stück.“ Professor Klecks kratzte sich am Kinn.  „Vielleicht sollten wir uns für unterwegs etwas zum Essen kaufen.“

Flori sah in seinen Rucksack. „Nüsse und Vogelfutter habe ich eingepackt. Außerdem zwei Äpfel.“

„Sehr gut“, lobte Professor Klecks. „Aber ich stelle mir vor, wir machen irgendwo ein richtiges Picknick. Was meinst du dazu?“

Flori war begeistert. „Ich liebe Picknick! Wo kaufen wir was ein?““

„Im ‚Mond‘, gleich da vorne. Dort kriegen wir Brot, Käse, Wurst, also alles, was wir brauchen.“

Bei der Gaststätte ‚Zum Mond‘ bog Professor Klecks auf den Parkplatz.

„Ich male inzwischen das Bild“, erklärte Flori und packte seine Buntstifte aus. Also ging Professor Klecks allein in die Gaststube. Am Tisch neben der Tür saß ein Mann in einem dunklen Mantel mit einem Schlapphut auf dem Kopf. Professor Klecks grüßte freundlich, doch der Mann sagte kein Wort.

Friedrich, der Wirt, freute sich über den Besuch des Professors. „Wo wollt ihr denn dieses Mal hin? Oder ist das wieder geheim?“, fragte er.

„Nein, nein. Wir fahren zu Dr. Jup“, erklärte Professor Klecks. „Du kennst sie doch, oder?“

„Du meinst Dr. Julia Prantz? Klar kenne ich sie. Sie hat mich sogar eingeladen.“

„Uns auch. Dann sehen wir uns dort?“

„Leider nicht“, erwiderte Friedrich traurig. „Ich kann hier nicht weg, das Haus ist voller Gäste. Aber ihr könnt sie ganz herzlich von mir grüßen.“

Er packte die Einkäufe in einen Beutel und reichte ihn Professor Klecks. Der kaufte noch eine Flasche Wasser und eine Flasche Saft, dann verabschiedete er sich und ging. Der Mann neben der Tür war verschwunden.

Draußen stand Rufus, der Wachhund von Friedrich, und wedelte mit dem Schwanz. Professor Klecks kraulte ihm den Kopf, stellte den Beutel ins Wohnmobil und stieg ein.

„Flori, hast du einen dunkel gekleideten Mann gesehen?“, fragte Professor Klecks, als er losfuhr.

Flori sah erstaunt aus dem Fenster. „Nein! Wo denn? Ich habe gemalt.“ Er packte die Buntstifte wieder ein. „Das Bild ist aber noch nicht ganz fertig. Wer war denn der Mann?“

„Ach, nicht so wichtig“, brummte Professor Klecks. „Wahrscheinlich einfach ein Gast.“

„Kuckuck! Kuckuck! Ping!“, rief Tante Klara aufgeregt und schlug mit den Flügeln. Doch weder Flori noch der Professor sahen den dunklen Schatten hinter einem Baum, der dem Wohnmobil nachschaute.

Professor Klecks bog auf die Straße und weiter ging die Fahrt.

In der Gaststube stand Friedrich und wischte über die Theke. Plötzlich schlug er sich mit der flachen Hand vor die Stirn. „Ich Trottel!“, rief er und lief hinaus. „Er sagte doch, sie wollen zu Dr. Jup.“

Friedrich sah die Straße entlang. Das Wohnmobil verschwand gerade hinter einer Biegung. „Zu spät! Jetzt sind sie weg.“

Rufus stand vor ihm und sah ihn fragend an. „Wuff? Wuff?“

„Du hast gut bellen“, brummte Friedrich und tätschelte Rufus den Kopf. „Aber ich bin so blöd, dass es rauscht! Ich hätte ihnen doch sagen müssen, dass sie gar nicht zu Dr. Jup fahren können!“

… Fortsetzung folgt …

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