Folge 4: Guten Appetit!

Das Wohnmobil fuhr inzwischen leicht bergauf.

„Wir sind in den Weidebergen“, stellte Professor Klecks fest. „Bald müssen wir abbiegen.“

Rechts und links von der Straße sah Flori sanfte Hügel mit grünen Wiesen. Kühe grasten dort oder lagen kauend im Schatten einiger Bäume.

„Professor, die Kühe fressen aber komisch.“

„Warum? Ich finde sie ganz normal.“ Professor Klecks fuhr an den Straßenrand und hielt an.

„Sehen Sie“, rief Flori und zeigte auf eine Kuh mit braunen Flecken. „Die wandert ganz langsam umher und reißt immer wieder Gras ab.“

„Ja, das machen Kühe so.“

„Aber die da unter dem Baum liegt rum und kaut.“

Professor Klecks nickte. „Auch das ist ganz normal für Kühe.“

„Aber Professor! Warum kauen die Kühe nicht sofort? Stopfen sie erst den ganzen Mund voll Gras und essen später? So macht es nämlich der Hamster von Herrn Güldenkerz.“

„Nein, nein.“ Professor Klecks schüttele den Kopf. „Kühe essen zweimal. Zuerst reißen sie Gras ab. Das kauen sie und schlucken es runter.“

„Ping!“, machte Tante Klara. Taube sah sie sehr erstaunt an. „Gurruhuuu?“

„Ja, wir wissen, du machst das auch so.“ Professor Klecks lachte. „Aber danach legt die Kuh sich bequem hin und kaut alles nochmal.“

„Sie holt es wieder hoch?“, fragte Flori ungläubig. „Das ist doch ekelig.“

Tante Klara schüttelte sich heftig, doch Professor Klecks winkte ab. „Aber nein, nicht für eine Kuh. Die liebt es und genießt ihre zweite Mahlzeit genauso wie ihre erste.“

„Wie soll das denn gehen? Schluckt die Kuh nur bis in ihren Hals? Nicht bis in den Bauch?“

„Doch, doch. Aber ihr Magen ist so gemacht, dass trotzdem alles lecker bleibt. Wir sollten uns das zu Hause mal genauer ansehen.“

„Wir gucken in eine Kuh?“, fragte Flori ungläubig. Er hatte mal eine Erbse aufgeschnitten und hineingesehen, aber bei einer Kuh konnte er sich das nicht vorstellen.

„Nein, natürlich nicht. Wir gucken in ein Buch. Das hat jemand geschrieben, der weiß, wie es in einer Kuh aussieht. Er hat auch ein Bild hineingedruckt.“

Professor Klecks fuhr weiter, doch Flori war noch nicht ganz überzeugt und schaute zurück über die Weide.

„Ich bin zum Glück keine Kuh“, überlegte er dabei. „Ich kaue doch lieber alles sofort richtig klein, bevor ich es runterschlucke.“

„Ja, Flori, und das sollst du auch. Gleich da vorne sehe ich einen schönen Platz für unser Picknick. Da können wir beide so lange kauen, wie es für uns lecker ist.“

„Und ich kann das Bild fertigmalen“, rief Flori.

Professor Klecks stellte den kleinen Tisch und zwei Stühle auf, während Flori das Essen auspackte. Tante Klara und Taube bekamen etwas Vogelfutter und ein paar Nüsse in einem Schälchen und Flori stellte noch etwas Wasser dazu.

Professor Klecks notierte in sein Notizbuch: ‚Kuh von innen anschauen‘ und Flori malte weiter an seinem Bild.

Knacks.

„Ach du Schreck!“, schimpfte Flori. „ So eine Sch…“ Professor Klecks sah in an. „… Scheußlichkeit“, ergänzte Flori.

„Was ist denn los?“

„Mein ‚Gelb‘ ist abgebrochen! Wie soll ich jetzt die Sonne malen?“

… Fortsetzung folgt …

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