Folge 5: Im Winterholz

Flori betrachtete die Spitze seines gelben Buntstiftes.

„Hast du denn keinen Anspitzer dabei?“, fragte Professor Klecks.

Flori schüttelte den Kopf. „Hab ich vergessen.“ Er versuchte, mit dem Fingernagel etwas Holz von der Spitze wegzubrechen, doch das klappte nicht.

„So machst du den Stift nur kaputt“, gab Professor Klecks zu bedenken.

Flori überlegte. „Ein Anspitzer hat ein kleines Messer. Wenn ich den Stift in das Loch stecke und drehe, schneidet es Holz ab. Ah! Jetzt weiß ich was!“

Er griff nach seinem Rucksack und zog sein kleines Taschenmesser heraus. „Kann ich damit den Stift spitz schnitzen?“

Professor Klecks nickte. „Wenn du sehr vorsichtig bist. Das Messer bricht ihn leicht wieder ab. Soll ich dir dabei helfen?“

Gemeinsam schafften sie es, das ‚Gelb‘ wieder einsatzbereit zu machen. Flori malte die Sonne fertig und noch ein paar extra fröhliche Strahlen drum herum.

„Schönes Wetter auf deinem Bild“, stelle Professor Klecks fest. „Was ist das da?“ Er zeigte auf ein graues vierbeiniges Tier.

„Das ist ein Pferd. Ich hatte keinen richtigen schwarzen Stift, da habe ich grau genommen. Glauben Sie, das Bild gefällt dieser Frau Doktor?“

„Mir gefällt es auf jeden Fall. Ich denke, sie wird sich sehr freuen.“

Kurz darauf fuhren sie weiter. Ihr Weg führte jetzt zwischen Bäumen hindurch.

„Wie heißt der Wald?“, fragte Flori und sah sich neugierig um. „Hier sieht es eigenartig aus.“

„Wir sind im ‚Winterholz‘. Das heißt so, weil früher die Leute hier Holz zum Heizen und Kochen gesammelt haben.“

„Sie haben nur im Winter gekocht?“, fragte Flori erstaunt.

„Nein, nein, sie durften aber erst kurz vor dem Winter und im Winter Holz sammeln.“

„Warum?“

„Das Holz musste am Boden liegen und trocken genug sein. Sie durften es nicht abbrechen oder etwa einen der Bäume fällen. Die gehören nämlich dem Besitzer des Waldes.“

„Ist das da der Besitzer?“ Flori zeigte zwischen die Baumstämme. „Oder sammelt der nur Holz?“

„Wer denn? Ich sehe niemanden.“ Professor Klecks fuhr langsamer und spähte zwischen die Bäume.

„Oder gibt es hier vielleicht Räuber, Professor?“

„Aber Flori! Hier gibt es doch keine Räuber. Du hast dich verguckt.“

„Aber ich bin ganz sicher.“ Flori zeigte auf eine Stelle mit mehreren Buchen. „Genau da drüben.“

Professor Klecks fuhr noch langsamer und folgte mit den Augen Floris Finger. „Hm. Ich sehe niemanden, nur Bäume. War es vielleicht ein Reh?“

„Ein Reh mit Hut?“, rief Flori und verrenkte sich fast den Hals beim Zurückschauen.

„Na, wer weiß“, überlegte Professor Klecks und fuhr wieder schneller. „Wir kommen jedenfalls bald an den Wildbach. Der wird dir gefallen.“

„Kann ich da einen Fisch fangen?“, fragte Flori. „Wir könnten ihn…“

„ACHTUNG!“

Quiiieeetsch! Rums! Bumm!

Professor Klecks bremste, das Wohnmobil rutschte, drehte sich seitwärts, dann stand es still.

… Fortsetzung folgt …

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