Folge 7: Was wächst denn da?

Zurück beim Wohnmobil hielten sie Ausschau nach Tante Klara.

„Hoffentlich ist sie nicht zu weit weggeflogen“, überlegte Professor Klecks und spähte angestrengt den Bach entlang.

„Nein, jetzt sehe ich sie. Da drüben auf dem Ast!“, rief Flori. Er zeigte auf einen etwas entfernten Baum auf der anderen Seite des Baches. Professor Klecks versuchte, etwas zu erkennen.

„Ob sie das überhaupt ist? Bist du sicher?“ Er griff in den Mantel mit den vielen Taschen und setzte seine Forscherbrille auf. „Du hast Recht, Flori. Und ich glaube, sie will uns etwas zeigen. Gehen wir mal hin.“

„Ob sie eine Brücke gefunden hat?“ Flori lief los und Professor Klecks folgte ihm.

An der Stelle, wo Tante Klara auf sie wartete, lag ein dicker Baumstamm quer über dem Bach.

„Kuckuck! Kuckuck! Ping!“, rief Tante Klara und wippte auf ihrem Ast.

„Sehr gut“, lobte Professor Klecks. „Du bist ein toller Vogel.“ Tante Klara nickte eifrig.

„Hier können wir rüber“, rief Flori und balancierte auf dem Stamm.

„Ja, aber dann müssen wir den Rest des Weges laufen“, überlegte Professor Klecks.

„Ist es denn noch weit?“

„Ein bisschen schon, aber das schaffen wir. Komm, wir müssen unser Gepäck holen.“

Flori nahm seinen Rucksack und hielt die Reisetasche, während Professor Klecks das Wohnmobil an den Rand der Waldstraße fuhr. Dann überquerten sie den Bach und gingen zu Fuß weiter.

Der Weg führte bergauf zwischen den Bäumen hindurch und wurde immer schmaler. Schließlich war er nur noch ein Pfad. Rechts und links im Wald wuchsen hohe Farnwedel und dazwischen stand hin und wieder ein  hübscher Pilz. Flori war etwas voraus gelaufen. Jetzt bückte er sich. Tante Klara auf seiner Schulter kam ins Schwanken und hielt sich mit dem Schnabel an seinem Kragen fest.

„Professor“, rief Flori, „kann man den hier essen?“

„Wie sieht er denn aus?“

„Er hat einen roten platten Kopf. Oben drauf sind weiße Punkte und der Stiel ist auch weiß. Hier drüben ist noch einer. Der ist aber etwas kleiner und runder.“

Professor Klecks hatte sich beeilt und schnaufte. „Das sind Fliegenpilze, Flori. Die sind giftig. Also nicht pflücken und schon gar nicht essen, Flori.“

„Warum heißen die so? Ich sehe da dran gar keine Fliegen.“

„Eine gute Frage, Flori. Ich mache eine Notiz, und wir lesen das zu Hause nach.“ Professor Klecks zog sein Notizbuch aus der Tasche und schrieb hinein. Flori beugte sich tief hinunter versuchte, unter den flachen Pilzhut zu schauen.

„Kuckuck! Kräk! Ping! Ping! Kuckuck!”, schrie Tante Klara und flatterte auf den nächsten Ast.

„Oh, ich hatte vergessen, dass du da sitzt“, rief Flori. „Tut mir Leid, Tante Klara.“

„Kuckuck! Kuckuck! Ping! Kuckuck!“, beschwerte sie sich.

„Ja, ich passe das nächste Mal besser auf. Versprochen. Jetzt komm zurück, ja?“ Flori streckte den Arm aus.

„Kuckuck! Kuckuck! Kuckuck! Kuckuck!“

Tante Klara blickte erstaunt hin und her. Flori sagte: „Aber ich wollte doch nicht, dass…“

„Kuckuck! Kuckuck! Kuckuck! Kuckuck!“

„Pst. Hört doch!“, flüsterte Professor Klecks. „Das ist ein echter Kuckuck.“

Tante Klara streckte sich. „Kuckuck! Kuckuck! Ping!“ Dann flog sie los in den Wald.

„Kuckuck! Kuckuck! Ping!“

„Halt! Bleib hier!“, rief Flori erschrocken, doch sie war schon nicht mehr zu sehen.

„Sie ist weggeflogen, Professor.“ Professor Klecks bückte sich und legte einen Arm um Floris Schulter. „Glauben Sie, dass sie zurückkommt?“

… Fortsetzung folgt …

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