Folge 8: Auf dem Waldweg

Professor Klecks schaute zwischen den Bäumen hindurch, wohin Tante Klara verschwunden war.

„Ganz bestimmt kommt sie zurück. Sie ist nur neugierig. Genau wie du.“

„Sie meinen, sie will erforschen, was ein Kuckuck ist?“

„Das kann doch sein? Vielleicht dachte sie bisher immer, das ist eine Uhr. Und nun findet sie einen im Wald. Da muss man doch nachschauen, oder?“

Flori nickte. „Das würde ich auch tun. Also ist Tante Klara ein Forscherpapagei.“

„Ja, tatsächlich, das ist sie.“ Professor Klecks lachte. „Also lass uns weiter gehen. Sie findet uns schon.“

Sie gingen weiter bergauf. Flori drehte sich immer wieder um und spähte zwischen die Bäume. Doch Tante Klara sah er nicht. Dafür aber entdeckte er ein Reh. Es stand zwischen zwei Eichen und schaute ihn an. Flori zupfte Professor Klecks am Ärmel und zeigte in die Richtung. Professor Klecks nickte. Auch er hatte das Reh gesehen.

In diesem Moment drehte das Reh den Kopf, stellte die Ohren auf – und sprang ihnen entgegen. Flori blieb erschrocken stehen, doch das Tier kümmerte sich nicht um sie. Es machte lange Sätze an ihnen vorbei und verschwand auf der anderen Seite des Weges wieder im Wald.

„Es hat Angst vor uns“, rief Flori. Professor Klecks kratzte sich am Kinn.

„Etwas muss es aufgeschreckt haben. Aber wir waren das nicht, sonst wäre es nicht zuerst hierher gesprungen.“

„Ist da noch jemand im Wald?“, fragte Flori. „Ich sehe nichts.“ Dabei schaute er zwischen den Bäumen hin und her.

„Ich auch nicht. Aber lass uns weiter gehen. Wir sind bald da.“

Etwas weiter entfernt hinter einem dichten Busch stand eine dunkle Gestalt. Doch die sahen beide nicht. Der Mann mit dem Schlapphut hob etwas vom Boden auf und schlich weiter zwischen den Bäumen voran.

Flori hatte inzwischen einen Buntspecht entdeckt. Tock! Tock! Tock! Tock! Tock! Tock! Tock! So schallte es immer wieder durch den Wald.

„Baut er sich ein Nest?“, fragte Flori.

„Entweder das, oder er sucht unter der Rinde nach Futter“, überlegte Professor Klecks.

Flori staunte. „Kriegt er bei dem Geklopfe nicht Kopfschmerzen?“

„Nein, dem Specht macht das nichts aus.“

„Aber dem da vielleicht.“ Flori zeigte auf einen kleinen Vogel mit einem roten Federfleck zwischen Schnabel und Bauch. „Dem ist das bestimmt zu laut.“

„Das ist ein Rotkehlchen“, erklärte Professor Klecks.

„Weiß ich“, sagte Flori. „Wir haben eins bei uns im Garten und bei Frau Hasemantel hab ich auch schon eins gesehen.“

Professor Klecks nickte. „Die zwitschern schön. Hör mal.“

„Ja, aber immer, wenn der Specht hämmert, hört es auf. Wahrscheinlich ist es sauer auf ihn. Meinen Sie, dass es hier ein Nest hat?“

„Schon möglich. Vielleicht könnten wir… – oh, schau!“ Professor Klecks zeigte nach vorn auf den Weg. „Da ist der Waldweg zu Ende. Und auf der Lichtung dahinten steht das Haus von Dr. Jup, ich meine, von Frau Doktor Prantz.“

In diesem Augenblick ertönte ein sonderbarer lauter Schrei. Flori zuckte zusammen.

„Was war das?“ flüsterte er. „Es klang wie ein großes altes Sturmgespenst!“

… Fortsetzung folgt …

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