Folge 9: Am Ziel, oder?

Auch Professor Klecks war erschrocken, als er den Schrei hörte. Doch nun musste er lachen. „Ein großes altes Sturmgespenst? Wie klingt das denn?“

„Na, so, wie das, was wir eben gehört haben. Es war ganz grauenvoll!“ Flori stellte sich näher neben Professor Klecks. Dann fragte er: „Können Sie etwas erkennen, Professor?“

„Nein. Aber komm, wir sehen nach. Vielleicht braucht jemand Hilfe.“

Er fasste seine Reisetasche fester und ging in Richtung Haus weiter. Flori folgte ihm, nahm jedoch am Waldrand einen Stock mit. Nur so zur Sicherheit.

Es war ein kleines Häuschen, mit Fensterläden und Rosenbüschen. Es wirkte gemütlich und Flori stellte sich eine kleine rundliche Frau mit Gummistiefeln als Bewohnerin vor. Doch dann fiel ihm das gruselige Kreischen wieder ein und er fasste seinen Stock fester.

Der Weg bis zum Haus war nicht weit. Sie gingen über die Wiese, an einem schmalen Blumenbeet entlang und standen gleich danach vor der Haustür. Als Professor Klecks klopfte, wich Flori einen Schritt zurück. Aber nichts geschah.

„Keiner da, Professor.“

„Hm“, brummte Professor Klecks und klopfte noch einmal, dieses Mal etwas lauter. „Alles still hier. Woher kam dann vorhin dieses entsetzliche Geräusch?“

Flori sah sich genauer um und entdeckte Taube auf dem Dach.

„Da, Professor. Zumindest Taube ist hier.“

In diesem Moment ertönte wieder der schreckliche Schrei. Professor Klecks ließ seine Reisetasche fallen und Flori umklammerte seinen Stock.

„Gurruhuu! Gurruhuu!“, rief Taube, nickte eifrig und trippelte hin und her. Dann flog sie los, genau dahin, woher es geschrien hatte.

Professor Klecks und Flori sahen sich verwundert an. „Sie scheint keine Angst zu haben“, meinte Flori.

„Wir ja auch nicht, oder?“ Professor Klecks nahm seine Tasche wieder auf und folgte Taube langsam um das Haus herum.

„Natürlich nicht“, flüsterte Flori und schlich leise hinter ihm her.

Hinter dem Haus lag ein Hof, es gab einen Zaun, einen Apfelbaum und weiter hinten einen kleinen Garten. Auf der rechten Seite verdeckte ein alter Holzschuppen den Blick. An ihm gingen Professor Klecks und Flori entlang, dann schauten sie vorsichtig um die Ecke – und trauten ihren Augen nicht.

Da standen Gänse, Enten, Hühner, ein Pferd, eine Kuh, ein Hund, zwei Katzen, ein Schwein und eine Ziege. Alle waren ganz still und schauten in dieselbe Richtung – nämlich auf die Tür des Schuppens, um den Professor Klecks und Flori gerade geschlichen kamen.

„Was ist denn hier los?“, flüsterte Professor Klecks. Und Flori wisperte: „Sind sie alle verzaubert worden?“

Eine der Katzen wandte ihren Kopf, schaute Flori an und sah wieder zur Schuppentür. Dann entdeckte Flori Taube. Sie saß im Apfelbaum und nickte mit dem Kopf.

„Ich glaube, sie kann von da aus durch das Fenster gucken“, überlegte Flori.

„Das sollten wir auch tun“, raunte Professor Klecks. „Wenn einer Hilfe braucht, dann da drin.“

Er schlich vorwärts bis zum Schuppenfenster und spähte hindurch. Für Flori war das Fenster zu hoch.

„Sehen Sie was?“, flüsterte er aufgeregt. Er hatte das Gefühl, dass alle Tiere statt zur Tür nun zu ihm blickten und ihn anstarrten. „Was ist denn da drin?“

… Fortsetzung folgt …

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