Ein unerwartetes Abenteuer

Folge 20: Ist es zu spät?

„Wir haben uns nicht verirrt. Aber wir machen gerade einen großen Umweg. Da soll doch einer … ! Zum Donnerwetter nochmal!“ Kapitän Seebär schimpfte vor sich hin, eilte vom Steuer zum Segel und zurück und schaute immer wieder auf Kompass und Seekarte.

Flori betrachtete den Magneten in seiner Hand. „Professor, warum macht so ein kleiner Magnet so großes Durcheinander?“

„Er ist wirklich recht klein“, stellte Professor Klecks fest. „Das sollten wir zu Hause mal genauer untersuchen“, und schrieb in sein Notizbuch: „Magnet erforschen!“

Flori zog die Schrauben vom Magneten, legte sie wieder in die Schublade und steckte den Magneten erst einmal in seine Hosentasche.

„Ough! Ough!“ „Chrrrrrrrr.“ Missy und Jacko saßen zusammen bei der Seilhaufen und fühlten sich wohl. Tante Klara betrachtete von ihrem Ausguck auf dem Seil über dem Kartentisch das Meer.

„Ist es noch weit, Kapitän?“, fragte Flori und gähnte. Der Kapitän nickte. „Ja, leider, Flori. Und wir haben viel Zeit verloren. Leg dich ein bisschen schlafen. Professor Klecks und ich steuern abwechselnd.“

„Aber ich will lieber wach sein“, erklärte Flori.

„Dann setz dich zu Jacko und Missy zwischen die Seile“, schlug Professor Klecks vor. Das tat Flori. Und war kurz darauf eingeschlafen.

Flori erwachte, weil etwas ihn an der Schulter rüttelte. Er öffnete ein Auge und sah, dass er in seiner Koje lag. Davor stand Professor Klecks. „Wach auf, Flori.“

„Was ist?“, fragte Flori verschlafen.

„Wir sind gleich da. Du willst doch bestimmt dabei sein, wenn wir ankommen.“

‚Ankommen? Wo? Dabei sein? Bei was?‘ Er richtete sich halb auf und sah sich um. ‚Ein Bullauge… in einer Kajüte…‘ Plötzlich fiel ihm alles wieder ein. „Ja, sicher will ich dabei sein!“, rief er und sprang aus der Koje. „Sind wir schon am Leuchtturm?“

„Fast!“, rief Professor Klecks ihm nach, denn Flori war schon die Stufen hinaufgesaust. Oben angekommen schaute er sich um, sah aber überall nur Wasser.

„Kein Leuchtturm?“, fragte Flori enttäuscht.

„Doch“, erwiderte Kapitän Seebär. Er reichte ihm sein Fernrohr und zeigte über die Spitze der Seerose aufs Meer. „Da hinten, am Horizont. Das ist da, wo Wasser und Himmel zusammentreffen.“

Flori musste ein bisschen suchen, aber dann sah er den Leuchtturm durch das Fernrohr. „Ich sehe auch Schiffe!“, rief er. „Zwei liegen gleich daneben im Wasser.“

„Sie ankern da. Das sind sicher die beiden, die ans uns vorbei kamen“, überlegte Professor Klecks.

Kapitän Seebär nickte. „Und da drüben“, erzeigte nach rechts, „kommt noch eins.“

„Wollen die alle Ihren Turm haben?“, fragte Flori.

„Leider ist es noch nicht mein Turm“, brummte Kapitän Seebär. Wir sollten uns wohl besser beeilen.“

Flori ging zur Spitze der Seerose und Tante Klara landete auf seiner Schulter. Missy folgte ihm und strich nun um seine Beine. „Chrrrrr, chrrrrrr.“

„Fchchchchcch, fchchchchch“, machte Tante Klara und schüttelte sich.

Missy sah verwundert hoch. „Donnerwetter! Ping!“, rief Tante Klara und stellte die Federn auf. Missy stand einen Moment still. Dann drehte sie sich um und legte sich wieder neben Jacko auf den Seihaufen. „Chrrrrr!“

„Lass sie in Ruhe“, sagte Flori. „Sie tut dir doch nichts.“

Tante Klara rieb ihren Kopf an Floris Wange. „Chrrrrr“, machte sie dabei und dann ganz leise: „Ping!“, als Flori ihren Kopf kraulte.

Professor Klecks war hinter Flori an die Reling getreten. „Schau dir da drüben das Schiff an!“

„Es fährt schnell“, rief Flori. „Schneller als wir?“

„Es sieht fast so aus.“

„Aber Professor, wir werden zu spät kommen! Können wir denn nichts tun?“

… Fortsetzung folgt …

Folge 19: Das gelbe Meer

In aller Eile schoben sie die Seerose zurück ins Wasser und die Fahrt ging weiter. Es regnete heftig, einige Blitze zuckten, der Donner grollte, doch zum Glück hielt das Gewitter nicht lange an.

Kapitän Seebär stand am Steuer und zeigte voraus auf eine schmale Felswand mitten im Wasser.

„Siehst du die Wolke oben am Berg, Flori? Sie umhüllt die Nebelspitze. Vor uns teilt sich der Fluss. Wir fahren links. Wenn wir hier vorbei sind, fahren wir direkt bis ins Gelbe Meer.“

„Ist das Wasser da gelb?“, fragte Flori und sah durch das Fernrohr des Kapitäns.

„Nein, aber manchmal scheint es so. Das Wasser ist ganz klar und der Meeresboden besteht aus gelbem Sand.“

„Es ist auch recht flach und hat viele Inseln, ebenfalls mit gelbem Sand“, ergänzte Professor Klecks.

„Und auf einer davon steht der Leuchtturm, den Sie gewinnen wollen?“

„Ja, Flori, und deshalb müssen wir uns jetzt beeilen. Halt das Steuer fest, ich setze noch ein Segel. Dann geht es schneller.“

„Ough! Ough! Ough!“

„Später kannst du schwimmen, Jacko. Jetzt beeilen wir uns erst einmal.“ Kapitän Seebär und Professor Klecks hissten ein weiteres Segel und die Seerose fuhr schneller. Die Felswand mit der Nebelspitze blieb zurück und das Land wurde flacher. Vor ihnen breitete sich eine riesige Wasserfläche aus.

„Da ist es, Flori, das Gelbe Meer. Und jetzt immer nach Westen – einfach geradeaus.“

Flori schaute auf dem Kartentisch nach. „Das ist da, wo der Kompass hinzeigt, stellte er fest. ‚W‘ wie Westen.“

„Nein, nein, ein Kompass zeigt immer nach Norden. Das liegt am Magnetfeld der Erde.“ Kapitän Seebär zeigte auf die Kompassnadel und riss die Augen auf. „Ja, zum Donnerwetter! Norden ist beim ‚N‘. Was tut er denn da?“

„Er zeigt zum ‚W‘.“ Professor Klecks kam dazu. „Das habe ich dir doch schon gesagt.“

„Aber das darf er nicht.“

„Kuckuck! Quatschkompass! Ping!“ Tante Klara schüttelte sich heftig.

Kapitän Seebär klopfte auf den Kompass. „Was hast du denn?“, fragte er ratlos.  „Bist du kaputt?“

„Ist er richtig angeschraubt?“, fragte Professor Klecks.

„Ja, sicher, schon lange, und er hat immer richtig angezeigt.“

Flori bückte sich und sah unter den Tisch. „Hier ist eine Schublade, Kapitän.“

„Lauter Kleinkram drin, Flori. Was ich so in meinen Taschen finde, aber eigentlich gerade nicht brauche, lege ich da rein.“

„Darf ich?“ Flori zog am Griff.

„Vorsicht, nicht zu weit ziehen, sonst fällt sie raus.“ Kapitän Seebär beugte sich vor. „Na, was ist drin?“

Flori fand einen alten Lappen, einen Schreibblock mit Stift, Hammer, Zange, Schraubendreher und einen Klumpen kleiner Schrauben.

„Schade, kein Bauplan“, sagte Professor Klecks enttäuscht.

„Ja, leider.“ Flori kramte noch immer. „Warum machen diese Schrauben einen Klumpen?“ Er nahm eine Schraube und alle anderen kamen mit.

„Ein Magnet!“, rief Professor Klecks. „Bruno, guck mal!“

„Was? Ach du Schreck!“ Kapitän Seebär griff nach dem Schraubenbündel und hielt es vom Tisch weg. „Der Magnet hat den Kompass verwirrt. Wohin zeigt er jetzt, Flori?“

„Auf das ‚N‘, also nach Norden.“

„Dann fahren wir in die falsche Richtung. Hier, nimm das und geh einen Schritt zurück!“ Er drückte Flori die Schrauben in die Hand und drehte am Steuerrad. „Zeig mir die Seekarte, Josef!“

„Haben wir uns verirrt?“, fragte Flori erschrocken.

… Fortsetzung folgt …

Folge 18: Ein blinder Passagier

„Da ist eine… oh, da kommt sie!“

Sie sahen eine Pfote, eine Nase mit Schnurrhaaren, dann Augen und schließlich kroch eine grau-braune Katze unter dem Schrank hervor. Sie streckte eine Pfote nach dem Wurststückchen aus.

„So ist es gut, ja, das ist für dich“, sagte Flori leise. Doch dann riss er erstaunt die Augen auf. Die Katze sah erst ihn an, dann Professor Klecks, dann wieder ihn – und schnurrte.

„Flori, das ist ja …“ Professor Klecks schwieg erschrocken.

„Ja, Professor. Das ist Missy. Aber wie kommt die Katze von Frau Hasemantel hier an Bord?“

„Was ist denn los?“, rief Kapitän Seebär von oben.

Professor Klecks ging zur Treppe. „Du wirst staunen, Bruno. Wir haben einen blinden Passagier an Bord.“

„Wieso blind?“, fragte Flori verwundert. „Missy sieht doch sehr gut, sogar im Dunkeln.“ Er streichelte ihren Kopf und Missy schnurrte erfreut.

„Blinder Passagier sagt man, wenn jemand mitfährt, ohne dass es einer weiß“, erklärte Professor Klecks. „Oder wusstest du von Missy?“, rief er die Stufen hinauf.

„Wer ist Missy? Kommt doch mal rauf.“

„Sofort!“ Alle zusammen stiegen die Treppe nach oben. Tante Klara flog voraus und landete auf einem über dem Kartentisch gespannten Seil.

„Kuckuck! Missy! Ping!“

„Ough! Ough!“ Jacko kam näher und wollte Missy begrüßen, doch Flori hielt ihn auf.

„Warte, Jacko. Sie hat Angst vor dir.“ Doch da irrte Flori sich. Jetzt, da Jacko still saß, schnupperte Missy, sah sich um und ging dann auf den Seehund zu, ganz nah ran, stupste ihn an und rieb ihren Kopf an seinem. „Rrrrrrrrrr, maaauuu!“, schnurrte sie und streifte an ihm entlang.

„Sie mögen sich !“, stelle Kapitän Seebär erstaunt fest. „Wie kommt das denn?“

„Er riecht nach Fisch“, überlegte Professor Klecks. „Und Missy liebt Fisch.“

„Deshalb ist sie zu Hause an Bord geschlichen?“, fragte Flori. „Und dann hat sie Angst gekriegt und sich versteckt?“

„Darum war auch das Futter von Jacko weg, obwohl er noch gar nicht gefressen hatte“, brummte Kapitän Seebär.

„Fchchch!“, hörten sie, aber dieses Mal war es Tante Klara. „Donnerwetter! Ping!“

„Wir müssen Frau Hasemantel Bescheid sagen, Bruno. Sie macht sich bestimmt Sorgen.“

„Ja, aber von hier kann ich nicht telefonieren. Doch ich habe die Seerose repariert, wir können also weiterfahren. Und sobald es geht, rufen wir bei Frau Hasemantel an.“

Es war in der Zwischenzeit immer dunkler geworden und nun fielen schwere Regentropfen. Kapitän Seebär überlegte gerade, ob er das Gewitter abwarten sollte, als eine laute Stimme ertönte: „Ahoi! Alles in Ordnung?“

Alle sahen sich um. Auf dem Fluss kam ein wunderschönes Schiff gesegelt. An Deck stand ein bärtiger Mann, winkte und rief: „Braucht ihr Hilfe?“

„Nein, danke“, rief Kapitän Seebär zurück. „Alles in Ordnung. Wohin geht die Reise?“

„Zum Leuchtturm! Gute Fahrt!“, rief der andere und schon war er vorbei und verschwand um die nächste Biegung des Flusses.

„Alle fahren zum Leuchtturm!“, rief Kapitän Seebär aufgeregt. Wir können nicht warten! Alle kommen vor uns an! Los, schiebt! Zieht! Wir müssen sofort abfahren! Schnell!“

… Fortsetzung folgt …

Folge 17: Seltsame Geräusche

„Wie groß der Schaden ist, weiß ich erst, wenn ich nachgesehen habe. Willst du mitkommen?“

Flori sah hinüber zu Professor Klecks. Der nickte ihm zu. „Geh nur, ich fange schon mal an, das Wasser auszuschöpfen. Da kannst du mir nachher helfen.“

Kapitän Seebär und Flori stiegen also an Land. Tante Klara saß dabei auf Floris Schulter und zusammen gingen sie ganz langsam um die Seerose herum. Jedes Brett, jeden Nagel, jeden Balken betrachtete Kapitän Seebär und Flori schaute genau zu.

„Hier hinten, am Heck, ist alles in Ordnung“, brummte Kapitän Seebär und ging weiter. „Hier auf der Steuerbordseite auch.“

„Also rechte Seite gut“, überlegte Flori.

„Oh, aber hier vorne…“ Kapitän Seebär kratzte sich am Kinn. „Unter dem Bug ist eine Planke eingedrückt. Das muss ich reparieren.“

Flori beugte sich vor und betrachtete den feinen Riss im Holz. Plötzlich hörte er „Ough, ough, ough!“, aber ganz leise und dumpf. Dann: „Fchchch, fchchch“ und wieder „Ough, ough!“ Etwas polterte.

„Jacko! Ping!“, rief Tante Klara und stellte die Federn auf.

„Das ist innen, Kapitän.“

„Ja, Jacko ist wohl ärgerlich“, überlegte Kapitän Seebär. „Ich repariere jetzt das Schiff. Du kannst dem Professor mit dem Wasser helfen.

Flori nickte. Doch zuerst legte er sein Ohr an das Holz der Seerose und lauschte. „Kann ein Seehund fauchen?“, überlegte er leise. Er spürte ein leichtes Zwicken an seinem Ohr. „Kuckuck, kuckuck! Ping!“

„Ja, du hast Recht. Wir sehen mal nach. Sei ganz leise jetzt.“ Tante Klara nickte mehrmals, schrie: „Jacko! Donnerwetter! Ping!“ und flog an Bord.

„Das hast du falsch verstanden“, rief Flori erschrocken. Doch dann musste er lachen und kletterte ihr nach. An Professor Klecks vorbei schlüpfte er die Treppe hinunter. Das Wasser war schon fast weg. Flori horchte. Er hörte Jacko patschen und ging dem Geräusch nach. Im Halbdunkel fand er den Seehund vor einem kleinen Schrank.

„Ough!“ Ough!“

„Was ist denn?“, fragte Flori leise.

„Fchchch!“ Etwas kratzte am Holz. Ein Flattern, und Tante Klara landete hinter Flori auf einem Regal. Jacko stupste ihn an und schaute unter den Schrank.

„Du meinst, da ist was drunter?“ Flori ging einen Schritt rückwärts und bückte sich. „Nichts zu sehen.“

„Ough! Ough!“ Jacko legte den Kopf auf den Boden und schnaufte leise.

„Wartet hier, ich brauche Licht“, erklärte Flori. Aus seinem Rucksack holte er eine kleine Taschenlampe. Dann kniete er vor dem Schrank, beugte sich tief hinunter und schaltete die Lampe ein.

„Oh!“ Zwei glühende Punkte starrten ihn aus der rechten Ecke an. Flori zuckte zurück, doch dann leuchtete er entschlossen ins Dunkel. „Eine … Katze?“

„Fchchch!“ „Ough!“ „Ping!“ „Ough!“ „Fchchch!” Jacko drängte vorwärts, doch Flori hielt ihn auf. „Halt, Jacko. Sie hat Angst vor dir. Geh zurück, am besten nach oben.“ Er schob Jacko zur Treppe und der Seehund stieg hinauf. Flori holte ein Stückchen Wurst und ging zurück zum Schrank.

„Schau, was ich für dich habe. Komm, komm raus. Ich tue dir nichts.“

„Mit wem redest du da?“ Professor Klecks stand hinter ihm und schaute unter den Schrank.

… Fortsetzung folgt …

Folge 16: Überall Wasser

Flori fragte: „Ist die Gefahr jetzt vorüber, Kapitän?“

„Ja, erst einmal ist alles in Ordnung. Wir sind wieder unterwegs – obwohl…“

Professor Klecks sah erstaunt zu ihnen herüber. „Obwohl? Was heißt das, Bruno?“

Kapitän Seebär kratzte sich am Kinn. „Seht ihr die dunklen Wolken da hinten? Es wird bald regnen.“

„Ich bin schon nass!“, rief Flori und lachte.

„Richtig, und deshalb gehst du jetzt schnell nach unten und ziehst dich um. Sonst wirst du noch krank.“ Professor Klecks drückte Flori Jacke und Pullover in die Hand.“

„Die nassen Sachen kannst du dann an Deck aufhängen!“, rief Kapitän Seebär ihm nach.

„Aber erst nach dem Regen“, grinste Flori und stieg die Treppe zur Kajüte hinunter.

„Ist es noch weit bis zum Gelben Meer?“, fragte Professor Klecks. Kapitän Seebär schüttelte den Kopf. „Morgen erreichen wir die Nebelspitze, da teilt sich der Fluss. Wir fahren nach links, also nach Westen und kommen übermorgen…“

„Zeigt dein Kompass deswegen nach Westen?“

„Wieso nach Westen. Ein Kompass zeigt immer nach …“

„Kapitän! Professor! Unten ist Wasser!“ Flori kam die Treppe heraufgestürmt, gefolgt von Jacko und Tante Klara.

„Ough! Ough!“ „Ping! Wasser! Ping! Kuckuck!”

„Unter dem Schiff? Da ist der Schlangenfluss.“

„Nein, drin. In der Küche schwimmt ein Kochtopf.“

„Kochtopf! Donnerwetter! Ping!“ Tante Klara flatterte zum Kartentisch. „Kuckuck! Kuckuck!“

„Ein Leck?!“, rief Kapitän Seebär und sauste nach unten.

„Ein Loch im Schiff?“ Professor Klecks folgte ihm hastig.

Flori blieb allein an Deck. Etwas ratlos murmelte er: „Hallo? Wer steuert jetzt?“ Er sah sich kurz um, Jacko und Tante Klara nickten. Entschlossen griff er nach dem Steuerrad und sagte: „Ich!“

Kapitän Seebär watete durch die Kombüse und fing den Kochtopf ein. Professor Klecks umrundete den Tisch. „Schau, Bruno. Das Wasserfass ist umgefallen.“

„Ja, aber ich glaube nicht, dass so viel Wasser drin war. Wir müssen genauer nachschauen, auch von außen. Doch es ist nicht so schlimm, wie ich dachte.“

Kurz darauf kam Kapitän Seebär zurück. „Sehr gut, Flori!“, lobte er. „Und jetzt bring uns zum Ufer. Dreh nach Steuerbord.“

„Ich weiß schon: Das heißt ‚rechts‘!“, rief Flori und strahlte über das ganze Gesicht.

„Stimmt! Bravo!“ Kapitän Seebär zog an einem Seil und das Segel drehte sich. Auch Professor Klecks stand wieder an Deck. Jetzt zeigte er auf einen flachen Strand. „Ich glaube, da hinten können wir ankern.“

Kapitän Seebär nickte. „Wir können sogar noch mehr tun. Lass mich mal ans Steuer, Flori. Du passt vorne auf, dass die Richtung stimmt.“

Schnell befestigte er das Seil neben sich an einem Haken. Dann steuerte er auf das Ufer zu. Die Seerose zog einen eleganten halben Kreis, Flori rief „Achtung, Ufer!“, und fuhr die flache Böschung hinauf.

Mit einem schnellen Griff löste, Kapitän Seebär das Seil und zog. Das Segel rollte ein, die Seerose stand still.

„Ough! Ough!“ „Ping!“

„Alles in Ordnung“, erklärte Kapitän Seebär. „Jetzt können wir das Schiff in Ruhe untersuchen.“

„Meinen Sie, es ist stark beschädigt?“, fragte Flori besorgt.

… Fortsetzung folgt …

Folge 15: Und es bewegt sich doch …

„Wir nehmen eine zweite Idee und hängen sie an die erste“, sagte Professor Klecks.

„Was?“, fragte Kapitän Seebär erstaunt.

„Ich meine, ich habe auch eine Idee.“

„Und die wäre?“, fragte Kapitän Seebär gespannt.

„Jacko kann keinen Knoten machen“, erklärte der Professor. Flori nickte und Kapitän Seebär brummte: „Wissen wir.“

„Aber Flori kann! Er macht den Knoten.“

„Aber Flori ist hier. Und rüber schwimmen kann er nicht.“

„Das ist auch gar nicht nötig, Bruno.“ Professor Klecks zeigte auf das Seil. „Guck mal, Flori. Was meinst du? Traust du dich, ins Wasser zu steigen und dich am Seil hinüber zum Baum zu ziehen. Du bist als Einziger leicht genug dazu und wir beide müssen hier bleiben, um ziehen zu können.

Flori sah zweifelnd ins Wasser, zum Baum, zum Professor und zum Seil. Dann nickte er langsam. „Ich glaube, das schaffe ich, Professor.“

Professor Klecks nickte. „Das glaube ich auch.“

„Und wenn ich drüben bin, knote ich das Seil fest an den Baum.“

„Bravo, so einen Matrosen lob ich mir!“, rief Kapitän Seebär und klopfte ihm auf die Schulter.

Flori zog schnell Jacke und Pullover aus, während Kapitän Seebär Jackos Aufzug vorbereitete. Im Wasser angekommen, klammerte er sich am Seil fest. Ihm war etwas unheimlich zumute. Von hier unten sah der Weg viel weiter aus als von oben.

„Ough! Ough! Ough!“, hörte er Jacko rufen. Also dann los. Tapfer griff Flori sich am Seil voran, das Schiff blieb zurück und der Baum kam langsam näher.

„Prima, du schaffst das“, rief Professor Klecks. Doch Flori war sich gar nicht mehr so sicher. Je weiter er kam, desto mehr hing das Seil durch. Es war schon recht weit unter Wasser und er kam kaum noch dran, ohne zu tauchen. Doch getaucht war er noch nie. Er sah sich um. Das Schiff war genauso weit weg wie der Baum. Flori bekam Angst. In so viel Wasser fühlte er sich auf einmal ganz klein.

Plötzlich sah Flori neben sich eine Bewegung.

„Ough! Ough!“ Jacko stupste ihn an und schwamm ganz dicht neben ihm. Wollte er helfen? Tatsächlich! Jacko tauchte unter das Seil und hob es an. Jetzt hatte Flori keine Angst mehr. Er griff sich entschlossen weiter vorwärts und erreichte kurz darauf wohlbehalten das Ufer beim Baum.

„Ough! Ough! Ough!“

„Ja, du bist toll, Jacko!“, rief Flori und knuddelte ihn heftig. „Wir sind ein gutes Team.“

Schnell griff er nach dem Seilende und machte einen kräftigen Knoten. Dann winkte er zum Schiff hinüber.

Kapitän Seebär und Professor Klecks winkten zurück und riefen „Hurra!“ Dann begannen sie zu ziehen. Zuerst kam nur das Seil aus dem Wasser. Aber dann – gaaaaanz langsaaaam – bewegte sich die Seerose in Richtung Baum.

Flori passte genau auf, dass sich der Knoten nicht löste. Jacko saß neben ihm und nickte eifrig. Tante Klara kam herübergeflogen, setzte sich in den Baum und besah sich alles genau. Schließlich erreichte die Seerose das Ufer beim Baum. Die Strömung war nah und die Seerose bewegte sich ganz langsam von allein.

„Mach den Knoten los!“, rief Kapitän Seebär. Flori tat es. Dann wurden er und Jacko an Bord gezogen.

„Kuckuck! Kuckuck!“, rief Tante Klara. Sie saß wieder auf dem Kartentisch und breitete die Flügel aus. „Ping!“

Ganz allmählich trieb die Seerose zurück in die Strömung, Kapitän Seebär hielt das Steuer fest und lenkte in die Mitte des Flusses. Flori stand neben ihm. Während die Fahrt immer schneller wurde, fragte er besorgt: „Ist die Gefahr nun vorüber, Kapitän?“

… Fortsetzung folgt …

Folge 14: Eine gute Idee

Flori lief suchend auf der Seerose hin und her. Dabei rief er: „Sie haben doch ein langes Seil an Bord, Kapitän. Ah, da liegt es.“

Er bückte sich. Das Fernrohr steckte noch immer darin und Flori hob es auf.

„Seil ist genug da“, bestätigte Kapitän Seebär. „Und nun?“

Flori schaute durch das Fernrohr über die Spitze des Schiffs hinweg. „Da hinten, kurz vor Strömung, steht ein Baum. Da binden wir das Seil an und ziehen das Schiff hinüber.“

Er reichte Kapitän Seebär das Fernrohr. „Meinen Sie, das geht?“

„Hm“, brummte Kapitän Seebär und sah durch das Fernrohr. „Der Baum würde das aushalten, aber wie kriegen wir das Seil da hin?“

Professor Klecks beugte sich weit vor über den Rand der Seerose, um besser zu sehen. „Und wie sollen wir das machen? Willst du ein Lasso werfen?“

„Kuckuck! Kuckuck! Ping!“ Tante Klara flatterte hoch, flog dreimal um ihre Köpfe und landete auf der Seilrolle.

Professor Klecks schüttelte den Kopf. „Schade, Tante Klara, aber das ist nicht möglich. Um das Seil rüber zu fliegen, müsstest du mindestens ein Adler sein.“

„Jacko könnte das tun“, erklärte Flori. „Er braucht ja nur das Ende vom Seil ins Maul zu nehmen und rüber zu schwimmen.“

„Ough! Ough!“ Jacko nickte eifrig und stupste Flori mit der Schnauze an.

„Und wenn du da bist“, rief Flori, „läufst du mit dem Seil dreimal um den Baum, damit es fest ist.“ Flori zeigte mit der Hand Kreise und Jacko drehte sich um sich selbst. Er hatte ihn verstanden.

„Gut, versuchen wir es“, rief Kapitän Seebär und öffnete das Tor in der Reling. Jacko sprang ins Wasser, Flori ließ das Seilende hinunter und Professor Klecks wickelte die Schlaufen langsam ab.

Jacko bekam das Ende zu packen und schwamm los. Alle sahen ihm gespannt nach, wie er dem Baum langsam näher kam. Das Seil wurde immer länger und schwerer im Wasser. Jacko strengte sich mächtig an. Flori atmete kaum vor Spannung.

„Wird das Seil reichen?“, frage Professor Klecks besorgt.

„Er ist da!“, rief Flori und klatschte begeistert in die Hände.

„Schnell, binden wir das Seil an, damit es uns nicht ins Wasser fällt.“ Kapitän Seebär legte das Ende des Seils um den Mast und machte einen Knoten.

Jacko war inzwischen mit dem Seil um den Baum gewatschelt und das Seil lag dort fest.

„Ough! Ough! Ough!“

„Alles bereit!“, rief Flori und griff nach dem Seil. Professor Klecks half und rief: „Los, Bruno. Alleine schaffen wir zwei das nicht.“

Doch Kapitän Seebär schüttelte den Kopf. „Halt, wartet noch. Ich sehe, dass sich das Seil bewegt. Wenn wir weiter daran ziehen, rutscht es vom Baum ab.“

Enttäuscht ließen sie das Seil los. Flori spähte über die Reling und Professor Klecks kratzte sich am Kinn. „Schade, dass Jacko keinen Knoten machen kann“, murmelte es dabei.

„Ja, wirklich. Das hätte ich ihm beibringen sollen. Zum Donnerwetter! Was machen wir jetzt mit deiner schönen Idee, Flori?“

… Fortsetzung folgt …

Folge 13: Im Windloch

Kapitän Seebär kratzte sich am Kopf. „Das wird schwierig. Wir brauchen eine Idee.“

„Gut, dann überlegen wir mal.“ Professor Klecks nahm sein Notizbuch zur Hand. „Was haben wir für Möglichkeiten?“

„Hat die Seerose einen Motor?“, fragte Flori.

„Leider nicht. Sie ist ein Segelschiff. Wenn ich das geahnt hätte, hätte ich einen eingebaut.“

„Schade“, murmelte Professor Klecks und schrieb: ‚kein Wind, keine Strömung, kein Motor.‘

„Können wir es schieben?“, überlegte Flori.

„Du meinst, mit einer langen Stange, nicht wahr?“ Professor Klecks war begeistert. „Wir könnten damit das Schiff bewegen, wenn wir mit der Stange bis zum Grund dieses Sees reichen.“

Doch Kapitän Seebär schüttelte den Kopf. „Leider, Josef. So eine lange Stange habe ich nicht an Bord.“

„Nein, nein,“ rief Flori. „Ich meine, vom Wasser aus, wenn man drin steht.“

Kapitän Seebär überlegte einen Moment. Dann schaute er über die Reling. „Hm, gute Idee. Das könnten wir versuchen.“

Auch Professor Klecks schaute über Bord. „Ich kann aber den Grund nicht sehen, Bruno. Wie tief ist das denn hier?“

„Das wissen wir gleich“, erklärte Kapitän Seebär. „Wir bauen ein Lot.“

„Ein was?“, fragte Flori.

„Ein Lot. Damit messen wir die Tiefe. Wir brauchen etwas Schweres und eine Schnur. Gib mir doch mal den Eisenring von dem Tau da drüben.“

Flori knotete den Ring los und kam zurück. „Schnur habe ich hier“, rief er und zog das Knäuel aus der Tasche, dass er zu Hause auf dem Dachboden eingesteckt hatte. „Geht die?“

„Ja, perfekt. Jetzt befestigen wir unten den Ring und machen drüber ein paar Knoten in das Band.“

„Warum?“, fragte Flori und schaute gespannt zu.

„Zum Messen. Wir zählen, wie viele Knoten im Wasser verschwinden und wissen dann, wie tief es dort ist.“ Er wickelte die Schnur langsam ab. „Also, jetzt langsam runterlassen. Halt mal mit fest. So. Ja, schau genau hin.“

„Kuckuck! Kuckuck!“, rief Tante Klara, landete auf der Reling und äugte eifrig ins Wasser.

Flori zählte die Knoten. „Eins – zwei – drei – vier.“

„Ping!“

„Zu tief“, brummte Kapitän Seebär enttäuscht und zog die Schnur zurück. „Wir können nicht drin stehen. Also geht schieben auch nicht.“

Professor Klecks schrieb auf: ‚zu tief zum Stehen‘. Dann fragte er: „Kann Jacko vielleicht helfen?“

„Ough! Ough!“ Jacko richtete sich zu seiner ganzen Größe auf und nickte heftig.

„Du bist ein toller Seehund“, sagte Kapitän Seebär. „Aber die Seerose ist zu schwer für dich. Das schaffst du nicht.“

„Und wenn wir ihm helfen? Flori kann nicht schwimmen, aber er kann steuern. Wir beide steigen in den See und helfen schieben.“

Kapitän Seebär senkte verlegen den Kopf und wurde sogar etwas rot.. „Leider unmöglich, Josef. Ich kann auch nicht schwimmen.“

„Was“, rief Professor Klecks erstaunt. „Du kannst nicht…? Aber was tun wir dann?“

Flori war inzwischen bis zur Spitze der Seerose gegangen und schaute sich von dort aus um.

„Ich hab’s!“, rief er plötzlich. „Wir ziehen das Schiff!“

„Was? Wie soll das denn gehen?“, fragten Professor Klecks und Kapitän Seebär gleichzeitig.

… Fortsetzung folgt …

Folge 12: Im reißenden Fluss

„Achtung! Festhalten!“

Der Fluss riss die Seerose voran. Kapitän Seebär hielt das Steuer mit aller Kraft und lenkte sie in die Mitte der Strömung.

Plötzlich sah Flori etwas großes Dunkles von rechts kommen. Es schoss auf die Seerose zu.

„Weg da!“, brüllte eine Stimme. „Bahn frei – aus dem Weg!“ Flori erschrak. Ein zweites Schiff! Es kam in sausender Fahrt aus dem Fluss von rechts, schnitt der Seerose den Wind ab, überholte und verschwand als erster in der Felsenenge.

„He, zum Donnerwetter! Was soll das?“ Kapitän Seebär konnte die Mitte der Strömung nicht halten und die Seerose stieß gegen einen Felsen. Flori wurde kräftig durchgeschüttelt, Professor Klecks fiel um und Jacko drehte sich im Kreis. Tante Klara flog vor Schreck eine Runde um den Mast.

Die Seerose schlingerte und Kapitän Seebär steuerte mit aller Kraft gegen. Schließlich gelang es ihm, die Spitze wieder in die Strömung zu lenken. Die Fahrt wurde noch schneller, mal kam die rechte, mal die linke Seite der Felswände gefährlich nahe. Flori hielt die Luft an. Professor Klecks stemmte sich hoch und beide umklammerten den Mast.

Das Wasser spritzte an Bord und alles wurde nass. Doch niemand achtete darauf. Alle sahen nur auf die schmale Durchfahrt, die noch vor ihnen lag.

Jetzt waren sie da. Flori erschien der Fels zum Greifen nah. Die Seerose stieß an und wurde durch das Wasser auf die gegenüberliegende Seite gedrängt. „Aaaachtung!“, schrie Kapitän Seebär. Die Seerose traf auf Steine im Flussbett, rutschte über sie hinweg, legte sich auf die Seite – Flori schrie auf – und richtete sich wieder auf.

Plötzlich lag die Seerose still. Flori sah Professor Klecks an. Der schaute umher, ließ dann den Mast los und ging vorsichtig zur Reling. Flori folgte ihm. Kapitän Seebär stand noch immer am Steuer, aber er hielt es nicht mehr fest.

„Was ist passiert, Bruno?“, fragte Professor Klecks.

„Dieser verrückte Schiffer hat uns abgedrängt!“, schimpfte Kapitän Seebär.

„Ist das Schiff noch ganz?“, wollte Flori wissen.

„Wir werden nachsehen“, brummte Kapitän Seebär düster. „Aber ich glaube, es ist nichts kaputt.“

„Warum liegt es so still im Wasser?“, fragte Flori. „Wollten wir nicht weiter den Fluss entlang fahren?“

„Tja, das wollten wir. Aber das geht jetzt nicht.“

„Was?“, rief Professor Klecks. „Warum denn nicht?“

„Na, schaut euch doch mal um. Die Strömung ist da drüben. Um uns herum sind viele Felsen. Das Flussbett ist an vielen Stellen voller Steine. Und das Wasser steht hier wie in einem Teich.“

Flori und sah am Mast hinauf und entdeckte oben auf der Spitze Tante Klara. „Können wir nicht einfach das große Segel setzen?“, fragte er.

Doch Kapitän Seebär schüttelte den Kopf. „Leider nicht, Flori. Fühlst du Wind?“

Flori sah sich um und konzentrierte sich auf einen Luftzug. „Nein, ich spüre nichts“, antwortete er dann. „Wo ist er denn?“

„Hier? Nirgendwo! Wir sind genau da, wo wir nicht hinwollten. Weil der verrückte Kerl uns abgedrängt hat, sind wir ins Windloch gefahren.“

„Heißt das, wir liegen hier fest?“, fragte Professor Klecks.

Kapitän Seebär nickte. „Hier ist jedes Segel unnütz.“

Flori war entsetzt. „Aber was machen wir denn jetzt?“

… Fortsetzung folgt …

Folge 11: Ein Schiff mit Aufzug

„Willst du wirklich am Riesenstein vorbeifahren?“, fragte Professor Klecks.

„Ja, sicher. Das ist der schnellste Weg zum Gelben Meer.“

„Es hört sich unheimlich an“, sagte Flori. „Ist es da gefährlich?“

„Ach was!“ Kapitän Seebär schüttelte den Kopf. „Wenn man gut aufpasst, und das tun wir ja, dann kann nichts schief gehen.“

Tante Klara, der Papagei, saß auf Floris Schulter. „Kuckuck! Riesenstein! Ping!“, rief sie und schüttelte sich.

„Du bist ein kluger Vogel“, sagte Professor Klecks und zog seine Mütze fester.

Kapitän Seebär stand am Steuer und hielt angestrengt Ausschau. Ein leichter Nebel kam auf.

„Ough! Ough! Ough!“

Flori hörte den Seehund rufen und fragte: „Schwimmt Jacko allein durch die Stromschnellen am Riesenstein?“

„Nein, Flori. Wir holen ihn vorher an Bord.“

„Wie denn? Kann er auch in ein Seil treten?“

„So wie du, meinst du? Nein, für ihn habe ich etwas anderes. Ich zeige es dir.“

Professor Klecks übernahm das Steuer und Kapitän Seebär gab Flori ein Brett. „Guck mal. Das Brett haken wir in diese vier Seilenden. Dann drehst du an dieser Kurbel – ja, so – und das Brett fährt wie ein Aufzug hinunter zum Wasser.“

Flori schaute über die Reling. „Es ist unten!“, rief er. „Jetzt sitzt Jacko drauf.“

„Ough! Ough!“

„Gut, dann los! Kurbeln!“ Kapitän Seebär und Flori drehten die Kurbel und hoben den Seehund aus dem Wasser.

„Jacko ist ganz schön schwer“, stellte Flori fest.

„Stimmt, aber jetzt ist er weit genug. Du kannst ihm die Tür aufmachen.“

Flori öffnete das Tor in der Reling und Jacko watschelte an Bord.

„Na, war’s schön?“, fragte Flori und kraulte ihm den Kopf. Jacko nickte auf und ab und stupste ihn mit der Schnauze an.

Plötzlich hörten sie Professor Klecks rufen: „Bruno! Komm schnell! Das Schiff will nicht so fahren, wie ich lenke!“

„Was meinst du damit?“, fragte Kapitän Seebär, drückte Flori das Brett und die Seile in die Hand und lief zum Steuer.

Flori rief: „Was soll ich damit machen?“ Doch der Kapitän war schon weg. War etwas passiert? Flori besah sich die Seile und das Brett. Haken? Ösen? Schlaufen? Er fand eine Halterung an der Reling und klemmte das Brett dort fest. Dann hakte er die Seile in einer Schlaufe beim Mast ein und lief zu den anderen. Jacko war auch dort und Tante Klara saß auf dem Tisch mit dem Kompass.

„Das Schiff wird immer schneller“, hörte Flori, schaute über die Reling und rief: „Das Wasser gurgelt und braust.“

Kapitän Seebär nickte und griff nach dem Steuer. „Das ist die Strömung. Hier kommt ein zweiter Fluss von rechts, seht ihr? Und beide zusammen wollen durch den Riesenstein! Es ist sehr eng dort. Haltet euch fest!“

Das Schiff schaukelte heftig und Flori wäre fast umgefallen. Schnell griff er nach einem dicken Seil.

Kapitän Seebär drehte das Steuerrad etwas und hielt es dann mit beiden Fäusten fest. „Keine Angst!“, rief er. „Wir halten uns genau in der Mitte, dann reißt uns das Wasser mit durch. Wir dürfen nur nicht ins Windloch fahren. Achtung! Es geht looooooos…“

… Fortsetzung folgt …