Folge 2: Eine Freundin schreibt

Professor Klecks nahm das winzige Papierröllchen vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger zog es auseinander.

„Es ist so klein geschrieben“, murmelte er dabei. „Ich kann es gar nicht lesen.“

Flori lief zum Schreibtisch und holte die Forscherbrille des Professors.

„Hier, bitte, geht es jetzt?“

Professor Klecks nickte. „Danke.“ Er setzte die Brille auf und las vor: „Lieb.Klecks.Einl.Feier.Geb.komm schn.DJP.“

Professor Klecks sah Flori verwundert an. „Was soll das denn heißen?“

Flori besah sich den Zettel und stellte fest: „Das Papier ist voll. Mehr passte nicht drauf.“

„Ja, stimmt. Also lesen wir mal langsam und ergänzen, was vielleicht fehlt. Manchmal hilft das.“ Professor Klecks holte tief Luft und las: „Lieb(er) (Professor) Klecks. Einl(ass) Feier(lichkeiten) Geb(äck) komm(en) schn(uppe). DJP“

„Das war wohl nicht richtig“, überlegte Flori. „Und wer ist DJP?“

„Oh, das weiß ich“, rief Professor Klecks. „Sie heißt Dr. Julia Prantz und ist eine alte Freundin von mir.“ Er rückte seine Brille zurecht. „Ich versuche es nochmal: Lieb(er) (Professor) Klecks. Einl(adung) Feier Geb(urtstag) komm schn(ell) DJP“

„Gurruhuu“, machte die Taube und schlug mit den Flügeln. „Gurruhuu!“

„Kuckuck! Ping!“, rief Tante Klara und nickte mit dem Kopf.

„Ich glaube, das stimmt“, sagte Flori. „Die beiden meinen das auch.“

„Mir kommt es auch so vor“, bestätigte Professor Klecks, während er der Taube etwas Vogelfutter und Wasser hinstellte. „Aber ihr Geburtstag ist schon lange vorbei.“

„Vielleicht sollen wir uns deshalb so sehr beeilen. Ich darf doch mit?“

„Natürlich! Ich gehe doch nicht ohne dich irgendwohin. Hol deinen Rucksack. Wir nehmen das Wohnmobil.“

Als Flori mit dem gepackten Rucksack wieder in der Küche ankam, ging Professor Klecks dort murmelnd auf und ab. Tante Klara beäugte ihn besorgt vom Küchentisch aus.

„Was ist los, Professor?“, fragte Flori. „Soll ich Ihre Reisetasche holen?“

„Die steht schon bereit, Flori. Ich überlege, was Julia mag.“

„Warum? Wollen Sie für sie kochen?“

„Was? Nein! Aber ich muss ihr doch ein Geschenk mitbringen. Schließlich lädt sie uns zu ihrem Geburtstag ein.“ Er kratzte sich am Kinn und überlegte.

„Was hat sie denn gern?“, fragte Flori und wanderte neben Professor Klecks auf und ab.

„Hm, Blumen, Berge, Wald, sie liebt die Natur.“

„Und Tauben!“, rief Flori. „Wo wohnt sie denn?“

„In einem kleinen Haus am Waldrand, mit Garten und Tieren. Oh, ich weiß was! Ich schenke ihr meinen neuen Schal. Dann friert sie im Winter nicht, wenn sie hinaus geht, um ihre Tiere zu füttern.“

„Und ich male ihr unterwegs ein Bild“, beschloss Flori. Eilig packte er noch Papier und Buntstifte ein, während Professor Klecks um den neuen Schal eine große grüne Schleife band. „Fertig.“

„Komm, Taube“, rief Flori. „Du  auch, Tante Klara!“

Kurz darauf fuhren sie aus der Stadt in Richtung Berge.

… Fortsetzung folgt …

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